Martin − Luther − Gemeinde Berlin - Lichterfelde

Trauung, Gottesdienst zur Eheschließung und Segnung der Lebenspartnerschaft

Die Hochzeit ist ein wichtiger Anlass, Gott für seine bisherige Begleitung zu danken und ihn um seinen Segen für den gemeinsamen Lebensweg zu bitten. Das Paar stellt seine Partnerschaft ganz bewusst unter Gottes Wort und verspricht, einander in Liebe als Gottes Geschöpfe anzunehmen. Kirchenrechtlich werden drei verschiedene Formen dieses Gottesdienstes unterschieden: Trauung, Gottesdienst zur Eheschließung und Segnung der Lebenspartnerschaft.


Kleine Kapelle

Fragen und Antworten

Ist eine Trauung möglich, auch wenn nur einer der Partner Mitglied der Kirche ist?
Nein. In der Kirchlichen Trauung versprechen beide Partner, den anderen aus Gottes Hand zu nehmen und die Ehe nach Gottes Verheißung zu führen. Dieses Versprechen kann jemand, der nicht an Gott glaubt, nicht ehrlichen Herzens geben. Möglich ist ein "Gottesdienst anlässlich der Eheschließung". Das ist ein festlicher Gottesdienst, in dem einige Elemente anders sind als bei einer Trauung - so fehlt zum Beispiel die Traufrage. Diese Form des Gottesdienstes soll beiden Partnern gerecht werden.

Wir wollen mit einer kirchlichen Zeremonie heiraten, aber nicht auf dem Standesamt. Geht das?
Nein. Die deutschen Gesetze sehen eine Trennung von Staat und Kirche vor. Voraussetzung für eine kirchliche Zeremonie ist (laut Bürgerlichem Gesetzbuch §1310) die standesamtliche Zivilehe (bei verschiedengeschlechtlichen Paaren) bzw. die Eingetragene Lebenspartnerschaft (bei gleichgeschlechtlichen Paaren). Die diesbezügliche Bescheinigung kann unmittelbar vor dem Festgottesdienst dem Pfarrer / der Pfarrerin übergeben werden.

Wir sind beide nicht in der Kirche - können wir dennoch in der Kirche Hochzeit feiern?
Nein, das ist nicht möglich. Eine Trauung ist ja nicht nur eine Feier an einem schönen Ort, sondern die Bitte um Gottes Segen und ein feierliches Bekenntnis. Wenn Ihnen Gottes Begleitung wichtig ist, dann können Sie sich taufen lassen und damit Mitglied der Kirche werden. Vielleicht ist ja Ihre Heirat der Anlass, sich in ihrem gemeinsamen Leben wieder mit dem Glauben an Gott zu beschäftigen.

Und wenn der Mann einen Mann liebt - oder die Frau eine Frau?
Dann heißt die kirchliche Zeremonie "Segnung einer Lebenspartnerschaft" - ansonsten gilt in unserer Evangelischen Landeskirche alles wie oben beschrieben.

Wann müssen wir uns anmelden?
Am besten sprechen Sie den Termin ein halbes Jahr vorher mit der Gemeinde ab.

Was kostet die kirchliche Zeremonie?
Die Instandhaltung der Kirche kostet Geld und auch die Arbeitszeit von Organisten, Kirchendienern und Pfarrern ist nicht umsonst zu haben. Dennoch müssen Sie in der Martin-Luther-Gemeinde nichts bezahlen - andere Gemeinden verlangen mitunter Gebühren. Wir verlangen kein Geld von Ihnen, bitten aber im Gottesdienst um eine Kollekte, mit der ein kirchliches Projekt unterstützt wird. Und über Spenden freuen wir uns natürlich.

Wie ist das mit dem Traugespräch?
In der Regel führen wir wenigstens zwei Gespräche miteinander: Eines ein bis zwei Monate vorher - da reden wir über den Rahmen und den Ablauf des Gottesdienstes. In einem zweiten Gespräch ein oder zwei Wochen vorher geht es eher um das persönliche Gespräch zur Vorbereitung der Festpredigt.

Wir kennen da eine kleine, romantische Dorfkirche.
Wenn Sie die Kirchliche Hochzeit nicht in Ihrer Heimatgemeinde feiern, benötigen Sie einen Abmeldeschein (Dimissoriale), den Sie unkompliziert im Gemeindebüro erhalten. In vielen beliebten Hochzeitskirchen ist es üblich, dass das Hochzeitspaar den eigenen Pfarrer mitbringen muss - fragen Sie einfach nach.

Dürfen die Ringe aus Silber sein?
Ein Ehering ist "nur" ein Erinnerungszeichen. Ob Sie Ringe tragen, wie diese Ringe aussehen und auf welchem Finger - das ist ganz Ihnen überlassen.

Wer übergibt die Braut an die Schwiegermutter?
In früheren Zeiten wurde die Ehe ausgehandelt ohne die Braut zu fragen. Wenn der Brautpreis bezahlt war, wurde die Braut an den Bräutigam übergeben. Ich weiß ja nicht wie das bei Ihnen ist. Aber im Ernst: Das Wichtige ist, dass Sie den Gottesdienst aus ganzem Herzen feiern. Was für eine Kleidung Sie tragen, ob Sie als Paar gemeinsam in die Kirche einziehen oder jeweils in Begleitung von Eltern, Freunden, Freundinnen, ob Sie rechts oder links sitzen, wann und wie oft Sie sich küssen, ob Sie einen Blumenstrauß in der Hand haben oder einen Schleier tragen - das können Sie entscheiden.

Dürfen wir filmen und fotografieren?
Ja, aber: Es gibt Momente und Stimmungen, die durch ein Foto nicht festgehalten werden können - andererseits kann ein Blitzlichtgewitter oder ein aufdringliches Kamerateam die schönste Stimmung kaputt machen. Legen Sie einen fest, der (still und unauffällig ohne Blitz) fotografiert - und verbieten Sie es allen anderen Hochzeitsgästen. Beim Einzug und beim Auszug können ja dann alle in Herzenslust blitzen.