Martin − Luther − Gemeinde Berlin - Lichterfelde


nach oben     Neue Repräsentanten der Evangelischen Kirche

Seit 16 Jahren prägte Wolfgang Huber als Bischof unserer Landeskirche und später auch als Ratsvorsitzender der EKD die öffentliche Wahrnehmung der Evangelischen Kirche in unserer Region und ganz Deutschland.
Im November wurde Wolfgang Huber in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin als Ratsvorsitzende sowie sein Nachfolger als Bischof der Ev. Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wurden in ihre jeweiligen Ämter eingeführt.

Bischof Markus DrögeNeuer Bischof unserer Landeskirche ist Markus Dröge. Er war bisher Superintendent in Koblenz und hat dort viel für das Zusammenwachsen der Gemeinden und in der Zusammenarbeit mit der Diakonie erreicht. Die Aufgaben des Bischofs sind in der Grundordnung unserer Kirche beschrieben: Er fördert die Gemeinsamkeit in der Landeskirche und er vertritt unsere Kirche in der Öffentlichkeit. Er predigt und er hat Teil an der Leitung der Kirche. Herrschaftsbefugnisse hat der Bischof nicht. In der Kirchenleitung und in der Synode hat der Bischof – wie jedes andere Mitglied dieser Gremien - eine Stimme.

Bischöfin Margot KäßmannNeue EKD-Ratsvorsitzende ist Margot Käßmann, die Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche. Sie hat sich in der Vergangenheit als Bischöfin, als Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages und als Mitglied im Zentralausschuss des Weltkirchenrates im In- und Ausland, in den Kirchen und in der Öffentlichkeit einen Namen gemacht.

Die EKD ist die Gemeinschaft von 22 Evangelischen Landes-Kirchen in Deutschland mit insgesamt rund 25 Millionen evangelischer Christinnen und Christen. Der Rat der EKD wird von der Synode als Leitungsgremium gewählt. Er soll insbesondere für die Zusammenarbeit der kirchlichen Werke und Verbände in allen Bereichen sorgen, die evangelische Christenheit in der Öffentlichkeit vertreten und zu Fragen des religiösen und gesellschaftlichen Lebens Stellung nehmen. Die Ratsvorsitzende ist die Repräsentantin der Evangelischen Kirchen in der Ökumene und in der Öffentlichkeit. Margot Käßmann ist die erste Frau in diesem Amt.

Wir wünschen beiden für ihr neues Amt Gottes Segen!

Jörg Zabka

nach oben     Goldene Konfirmation - Jahrgang 1959

nach oben     Verschleppt nach Babylon

Ein toller Erfolg

In der ersten Herbstferienwoche haben wir mit 36 Kindern im Alter von 5 bis 13 Jahren das mitreißende Musical „Verschleppt nach Babylon“ einstudiert. Die Kinder haben in drei Workshops das Schauspiel, die Tänze und die Sologesänge eingeübt, in gemeinsame Proben eingebracht und am Samstag, dem 24.10. in der Kirche präsentiert. Mit Hilfe der sieben ehrenamtlichen Mitarbeiter gelang es, ein rundes Programm zu realisieren. 13 Lieder und selbst die zahlreichen Sprechrollen wurden in der kurzen Zeit erlernt. Von den Kindern können wir viel lernen.

Das Hilfsprojekt der Kindernothilfe in Sambia haben wir in dieser Woche vorgestellt. Die Bilder der verlassenen oder zu Waisen gewordenen Kinder haben uns bewegt. Für dieses Projekt wurden im Anschluss an die Vorführung 483,- € gespendet. Ohne die Begeisterung der jungen Menschen wäre das nicht so möglich gewesen. Im nächsten Jahr planen wir daher wieder eine solche Woche abhalten.

nach oben     Montagsrunde in Paretz

Gruppenbild vor Schloss ParetzAm 21.Oktober fuhren 13 Mitglieder der Montagsrunde in vier Autos über Potsdam zum Schloss Paretz. Dort wurden wir vom Kastellan Herrn Marr durch die renovierten Gemächer von Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. geführt. Mit detailliertem Fachwissen und erfrischenden Anekdoten wurde die glückliche gemeinsame Zeit dieses außergewöhnlichen Paares in Paretz in den Jahren 1797 bis 1805 durch Herrn Marr wieder lebendig. Besonders beeindruckend sind die hervorragend erhaltenen oder auch restaurierten motivreichen Tapeten aus Papier. Anschließend gab es ein gemütliches Kaffeetrinken im Fährhaus Ketzin mit einem herrlichen Blick über die Havel. Beglückt und fröhlich erreichten wir bei einsetzender Dunkelheit wieder Berlin.

nach oben     Gottesdienst am Reformationstag

Der Gottesdienst am Reformationstag wurde wieder von den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates gestaltet. Predigtthema war die Bergpredigt, zu der die Kirchenältesten jeweils in kurzen Texten ihre eigenen Gedanken ausführten. Wer die Vielseitigkeit dieser Predigt nacherleben möchte, kann die Predigttexte hier nachlesen:

Predigten zum Reformationstag 2009 in der Martin-Luther-Kirche
Predigttext: Die Seligpreisungen, Matthäus 5, Vers 2-10

  1. Wer ist selig? / Karola Frickel
  2. Die Seligpreisungen als Gebote / Jürgen Drechsler
  3. Seligkeit durch Streben nach Gerechtigkeit / Andreas Gallas
  4. Selbstbestimmtes Leben nach neuen Maßstäben / Klaus J. Henning
  5. Seligkeit durch Friedensstiftung / Moritz Noll

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Dieter Wellershoff: „Der Himmel ist kein Ort“

Ein Krimi? Zunächst sieht es so aus. Aber das Buch ist mehr.

Der Roman beginnt mit einem nächtlichen Autounfall, zu dem ein junger evangelischer Landpfarrer gerufen wird. Der Fahrer hat sich gerettet, Frau und Kind werden leblos aus dem See geborgen. Der Pfarrer soll die Folgen des Unfalls seelsorgerisch begleiten. Bald verdächtigt die Gemeinde den unseligen Fahrer, der Pfarrer verteidigt ihn, da keine klaren Beweise der Schuld vorliegen. Er bringt die Gemeinde gegen sich auf und lernt mit der Zeit die menschlichen Hintergründe kennen, vor denen sich das Drama abgespielt hat.

Das Buch beschreibt Menschen auf der Suche nach der Wahrheit und nach sich selbst. Die alltägliche Wirklichkeit scheint banal und lädt nicht zum Nachdenken ein; erst Auseinandersetzungen, die ungewöhnliche Ereignisse nach sich ziehen, machen deutlich, wie brüchig Denkgewohnheiten sind.

In dem Roman stellen Menschen ihre Lebensentwürfe in Frage. Auch für den Pfarrer werden Glaubensvorstellungen und Freundschaften unklarer, und die Beziehung, die sich zu einer Frau anbahnt und neuen Lebenssinn verspricht, ist ebenfalls unsicher. Es stellt sich heraus: Im Krisenfall wird Orientierung und Halt von Mitmenschen und Kirchenorganisationen kaum geboten.

Leserin und Leser können bei der Lektüre des Buchs beobachten, wie unsichere, nachdenkliche Menschen durch das Leben gehen. Die kompetenten, lebenserfahrenen, erfolgreichen Typen um den jungen Pfarrer herum, auch die Theologen, sind es letztlich nicht, die einem nahe gehen.

Eher lädt der unfertige Pfarrer zur Überlegung ein, wie wir selbst mit dem Leben umgehen.

Der Autor ist bekannt für erzählerisches Feingefühl bei der Darstellung, wie die Macht der Gefühle und die Kraft des Verstands im Menschen und zwischen Menschen wirken.

Klaus J. Henning

nach oben     Brot für die Welt 2009/2010

Brot für die Welt
AIDS IST KEINE STRAFE GOTTES
Costa Rica

In Lateinamerika ist der Kampf gegen HIV/Aids dadurch erschwert, dass die Krankheit stigmatisiert ist und selbst von vielen Betroffenen als „Strafe Gottes“ wahrgenommen wird. Die lutherische Kirche in Costa Rica (ILCO) kämpft gegen diese Haltung an, um eine explosionsartige Zunahme der Zahl von Neuinfizierten zu verhindern.

In dem Land mit vier Millionen Einwohnern leben ca. 12 000 HIV-positive Menschen, und täglich wird ein neuer HIV-Fall diagnostiziert. Inzwischen trifft die Krankheit zunehmend alle Bevölkerungsgruppen, vor allem Frauen.

Versuche von Regierungsseite, dieser Entwicklung gegenzusteuern, scheiterten an traditionellen Wertvorstellungen - Enthaltsamkeit und Treue wurden in den Vordergrund gestellt. Es fiel kein Wort zur lateinamerikanischen Kultur des Machismo oder zur Homosexualität, und es gab nur wenige, versteckte Empfehlungen zum Gebrauch von Kondomen.

Die wachsende Zahl „fundamentalistischer religiöser Gruppen“ stellt ein weiteres Hindernis für den aufgeklärten Umgang mit dieser Krankheit dar. Diese Gruppen sehen Aids als Folge eines „sündigen Lebenswandels“ und verhindern mit ihrem politischen Einfluss breit angelegte Aufklärungsbemühungen ü-ber die Infektionsrisiken der Krankheit.

Die ILCO mit ihren landesweit acht vollamtlichen Pastoren nimmt damit eine einzigartige Stellung in Costa Rica ein. Unter den rund 300 Glaubensgemeinschaften des Landes ist die lutherische Kirche bisher die einzige, die sich für einen offenen Umgang mit HIV und Aids ausgesprochen hat. Seit mehr als zwei Jahren bietet sie seelsorgerliche Begleitung für HIV-positive Menschen an, öffnet ihre Gemeinden bewusst für Infizierte, damit sie einen Ort finden, an dem sie vorbehaltlos angenommen werden, und veranstaltet Kurse mit Betroffenen.

Gemeinsam mit HIV-Organisationen mischt sich die ILCO auch in die Politik Costa Ricas ein. Im vergangenen Jahr hat sie an der Regierungsanhörung zur neuen Aids-Strategie teilgenommen und erhält dafür dankbare Anerkennung. Die für das Dossier zuständige Vizegesundheitsministerin Lidieth Carballo sagt: „Ich wünschte mir, es gäbe mehr solcher Kirchen wie die ILCO.“

 

Ich mach aus Ihrem Geld mehr als Zinsen

Träger

Iglesia Luterana Costaricense (ILCO)

Finanzierung (drei Jahre)
„Brot für die Welt“ € 131.410,–

Für den Programmbereich HIV/Aids stehen davon etwa € 40.000,– zur Verfügung. Weitere Programmbereiche sind die Arbeit mit Frauen und die Förderung indigener Rechte. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie im Internet unter www.brot-fuer-die-welt.de

nach oben     Kindergottesdienst

FriedhelmSeit dem 6. September findet wieder an jedem Sonntag Kindergottesdienst statt. Kinder und Erwachsene beginnen den Gottesdienst wieder gemeinsam in der Kirche und die Kinder gehen dann nach etwa 10 Minuten in unseren Kindergottesdienstraum unter der Kirche. Hier singen sie, hören eine biblische Geschichte, malen, basteln, spielen und unterhalten sich. Bis zu den Herbstferien sind die Geschichten von der gesund gewordenen Frau und die Heilung von zehn Kranken vorgesehen.

Am 4. Oktober ist unser nächster Familiengottesdienst, in dem wir uns Gedanken zu dem Thema „Wofür wir Kinder und Erwachsene danken“ machen. Ab dem 1. Advent wird der Familiengottesdienst am Heiligen Abend mit Liedern und Krippenspiel vorbereitet!

nach oben     Miniclub

Ein Jahr standen die Räume unseres ehemaligen Miniclubs leer. Doch nun tut sich etwas! Das Bezirksamt sucht Räume, in denen Tagesmütter Kinder betreuen können. Leider entsprechen unsere Räume nicht den Standards, die heute gefordert werden - aber wir haben Glück: Aus den Mitteln des Konjunkturprogrammes werden die Räume umgebaut: Eine eigene Küche, neue Toiletten, eine Dusche. Wenn alles gut geht, wird noch in diesem Jahr Einweihung gefeiert - und tagsüber ist im Gemeindehaus wieder Kinderlachen zu hören.

nach oben     Dampferfahrt der „Offenen Tür“

DampferfahrtBei traumhaftem Sommerwetter machte sich die „Offene Tür“ am Montag, dem 24. August auf zu einer Dampferfahrt in die Stadt Brandenburg. Die vierstündige Fahrt, vorbei an Potsdam und Werder, durch das idyllische Havelland mit seinen vielen Seen und Seitenarmen der Havel löste viele Erinnerungen aus. In der Stadt Brandenburg war Zeit, den Dom zu besichtigen und ein köstliches Mittagsmahl einzunehmen, ehe die Rückfahrt begann.

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Wolfgang Huber - Der christliche Glaube

Wolfgang Huber ist Bischof aller evangelischen Berliner und als Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands gewissermaßen auch aller evangelischen Christen in Deutschland. Sein für die sich wandelnde Kirche der letzten Jahrzehnte segensreiches organisatorisches Talent und sein Wirken in der Gesellschaft für die christliche Botschaft werden derzeit vielfach gewürdigt; er macht der nächsten Generation im Amt Platz.

Vor kurzem hat er ein neues Buch über den christlichen Glauben, „eine evangelische Orientierung“, geschrieben. Das Besondere an der evangelischen Perspektive ist die Gewichtung der religiösen, rationalen Argumente, ihre Prüfung an biblischen Grundaussagen, wie man sie heute verstehen kann, und die Verbindlichkeit der christlichen Freiheit.

Es ist zu empfehlen, das Buch nicht wie einen Roman, sondern wie jedes Sachbuch zu lesen: Man schaut zunächst in das Inhaltsverzeichnis, sucht sich das Thema heraus, das einen besonders interessiert, und fängt an.

Unter der Überschrift „Gott sei gelobt“ finden Leserin und Leser beispielsweise das Kapitel „Schöpfungsglaube und Naturwissenschaft“ – das Thema beschäftigt die öffentliche Debatte in den letzten Jahren immer wieder.

Unter der Überschrift „Gott sei´s geklagt“ wird dargelegt, wie Leben auszuhalten ist angesichts von Leiden, Übel, Bösem und Schuld – und was die vielfach missverständlichen Begriffe theologisch bedeuten. Interessant ist auch das Kapitel über „Glaube und Vernunft“, in dem ausgeführt wird, wie beides zusammengeht und welche Gefahren mit der Abkopplung der Vernunft vom Glauben einhergehen. Wie es bei manchen amerikanischen Fundamentalisten zu beobachten ist, die nur ein „wörtliches“ Bibelverständnis gelten lassen wollen – oder was sie darunter verstehen.

Wolfgang Huber stellt allerdings Gegensätze verschiedener christlicher Theologien, z.B. auch die historischen Gegensätze zwischen evangelischem und katholischem Glauben, nicht in den Vordergrund. Das mag dazu geführt haben, dass nach Kontroversen hungernde Zeitungsjournalisten das Buch unterschiedlich rezensiert haben, die Kommentare reichen von „höchst instruktiv“ bis nicht „frisch und frei“ genug. Auch im Hintergrund sind theologische Gegensätze kaum zu entdecken, und meist nur zwischen den Zeilen wahrnehmbar.

Dem Buch kommt es nicht primär auf die Abgrenzung des typisch Evangelischen an, sondern auf den christlichen Glauben auch für Außenstehende und, besonders im letzten Abschnitt über die „Liebe“, die Wertorientierung, die der Glaube und die Botschaft – auch durch die Interpretation von Menschen wie Augustinus, Martin Luther, Karl Barth oder Dietrich Bonhoeffer geben.

Klaus J. Henning

nach oben     Evangelische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten

Konkrete Zahlen geben uns, bei Bundestagswahlen und anderswo, den Eindruck, über Menschen und Organisationen besser Bescheid zu wissen, Entwicklungen besser zu verstehen und vernünftiger planen zu können. Nicht immer stimmt das im erhofften Maße, aber ohne Zahlen lässt sich die Wirklichkeit nur schwammig erfassen.

Wie sieht die Wirklichkeit der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), bei Betrachtung der zuletzt erhobenen Zah-len, im Jahr 2009 aus? Eine soeben erschienene Broschüre des Kirchenamts der EKD ermöglicht Einblicke.

Von 82 Millionen Deutschen gehören 25 Millionen der evangelischen Kirche an, weitere 25 Millionen der römisch-katholischen Kirche. Somit sind 61 % der deutschen Bevölkerung Christen, 37 % sind konfessionslos oder andersgläubig. Inwieweit christlicher Glaube im täglichen Leben und in der Politik diese Zahlen widerspiegelt, ist der Diskussion wert.

Die EKD ist der Zusammenschluss von 22 deutschen Landeskirchen und damit Sprachrohr des deutschen Protestantismus. Insgesamt 15.600 selbständige Kirchengemeinden gehören dazu, die Martin-Luther-Gemeinde ist eine unter ihnen. Die evangelische Kirche ist demokratisch strukturiert, allgemeine Wahlen und Synoden (Parlamente) bie-ten die Legitimation für Entscheidungen der Kirche.

Neun der Landeskirchen haben jeweils über 1 Million Mitglieder, darunter unsere Landeskirche, die anderen 13 Landeskirchen weniger. Zu „Anhalt“ gehören beispielsweise nur 50.000 Seelen. Diese Zersplitterung ist sehr seltsam und für das öffentliche Auftreten der evangelischen Kirche ineffizient. Die Grenzen der Landeskirchen weichen außerdem stark von denen der Bundesländer ab; sie gehen weitgehend auf Staatsgrenzen von 1815 zurück. Immer wieder wird über organisatorische Änderungen geredet.

In Deutschland arbeiten bei der evangelischen Kirche 1,1 Millionen Menschen ehrenamtlich in den Gemeinden, darunter 14.000 Mitglieder von Leitungsgremien wie den Gemeindekirchenräten, und 615.000 Menschen hauptamtlich. Unter den hauptamtlich Beschäftigten sind 22.000 Theologen und Theologinnen, von denen 15.000 ihren Dienst in einer Kirchengemeinde versehen. Im EKD-Durchschnitt ist ein/e Pfarrer/in für 1.724 Gemeindeglieder zuständig. (Im neuen Pfarrsprengel Steglitz-Nord ist Herr Pfarrer Zabka für 3.700 Gemeindeglieder zuständig, davon gehören zur Martin-Luther-Gemeinde über 2000 Menschen.)

Unter den Veranstaltungen der Kirche sind als erstes die 1,5 Millionen Gottesdienste mit 70 Millionen Gottesdienstbesuchern jährlich zu nennen. Es gibt 21.000 Taufen im Jahr sowie Konfirmationen, Trauungen und Bestattungen. In den Kirchengemeinden treffen sich 122.000 ständige Kreise mit 1,6 Millionen Teilnehmern/innen; besonders stark ist die Kirchenmusik vertreten. Dabei sind noch nicht einmal Sonderveranstaltungen wie die Deutschen Evangelischen Kirchentage berücksichtigt.

Kirche kann nicht anders, sie nimmt auch soziale Aufgaben in Nachbarschaft und Gesellschaft wahr. Etwa in 8.000 evangelischen Kindergärten, 11.000 evangelischen Schulen und 400 Krankenhäusern, sowie durch die Betreuung von deutschen Gemeinden im Ausland (100 Pfarrern/innen) und Entwicklungshilfe. Die Aktion „Brot für die Welt“ beispielsweise erhielt 2007 Finanzmittel in Höhe von 65 Millionen €, darunter 52 Millionen € Spenden.

Womit wir beim Geld wären. Die Ausgaben der evangelischen Kirche lagen 2007 bei ca. 10 Mrd. €, die vor allem aus Kirchensteuermitteln aufgebracht wurden.

Was man in Zahlen nicht messen kann: Den Erfolg der Seelsorge und die heilsamen Auswirkungen der von der Kirche vermittelten christlichen Botschaft auf Menschen, Sozialbeziehungen, Gesellschaft, Staatengemeinschaft.

Klaus J. Henning

nach oben     Neuer Konfirmandenkurs

Nach den Herbstferien beginnt der neue Konfirmandenkurs für die Jugendlichen, die 1996/97 geboren sind. Anmeldungen hierzu werden in der Küsterei gerne entgegengenommen.

nach oben     Familienfreizeit

Jugendliche sind laut, Kinder nerven und Eltern sind anstrengend. Was passiert, wenn wir trotz aller Vorurteile gemeinsam wegfahren? Es wird ein wunderschönes, entspanntes Wochenende!

Familienfreizeit 2009Vom 5.- 7. Juni fand die Familien-freizeit der Matthäus- und der Martin-Luther-Gemeinde statt, zu der ganz besonders die Konfirmierten eingeladen waren. Im Oderland-Camp in Falkenhagen waren wir gut untergebracht. Für die Jugendlichen hatte Pfarrer Zabka ein Bibliodrama zur Heilung des Gelähmten vorbereitet. Die Erwachsenen diskutieren angeleitet von Pfarrerin Becker über die Jahreslosung. Und die Kinder konnten miteinander spielen und die Tiere im Streichelzoo füttern. Wie schön war es zu beobachten, wie ein kleines lachendes Kind das Herz eines heranwachsenden jungen Mannes zum Schmelzen bringt.

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag waren sich alle einig: Nächstes Jahr fahren wir wieder zusammen zur Familienfreizeit. Und bestimmt haben wir noch einige Plätze frei!

nach oben     1. Regionalgottesdienst

Pfarrer Zabka und Pfarrerin Becker auf der Bühne im Steglitzer StadtparkWer bisher zu dem Thema „Heiliger Geist“ noch immer mit den Achseln zuckte und sich dazu wenig vorstellen konnte, hatte am Pfingstmontag – das Wetter war uns hold – die Möglichkeit, mehr zu erfahren. Denn Pfarrerin Becker und Pfarrer Zabka hielten während des Regionalgottesdienstes der Region Steglitz-Nord im Steglitzer Stadtpark eine kurzweilige Dialogpredigt zu diesem Thema. Pfarrer Bürger leitete die Liturgie und die Posaunenchöre aus Steglitz und Lankwitz begleiteten den Gottesdienst. Viele Gemeindeglieder waren gezielt hierher gekommen, viele Interessierte blieben spontan oder verfolgten das Geschehen als Zaungäste.

Der gelungene Gottesdienst lässt auf viele gemeinsame Veranstaltungen in der Region hoffen und macht Mut für die Zukunft auch unter den veränderten Bedingungen.

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Felix Bernhard - Dem eigenen Leben auf der Spur

Noch ein Buch eines Pilgers auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Der Pilger ist mutig, beruflich erfolgreich, und – seit einem Motorradunfall – an den Rollstuhl gefesselt.

Das Buch schildert die eindrucksvolle Natur, die Menschen, die er trifft, und seine Probleme auf dem steinigen Weg von Sevilla nach Norden.

Darin verwoben sind seine Gedanken, und eine schöne christliche Tradition wird spürbar. Wie bei dem berühmteren Pilger Hape Kerkeling („Ich bin dann mal weg“) spült das Erleben bemerkenswerte Überlegungen und Erinnerungen zu Tage.

Was bewegt einen Pilger auf seiner Reise? Stets tauchen die gleichen Begriffe auf: Suche, Seelenheil, Harmonie, Gott. Das einsame und das gemeinsame Wandern durch die Welt. Zeit und Endlichkeit. Die Reise nach innen mit Irrwegen und Umwegen. Lachen, Weinen, Humor und Stille. Die Geschichte des eigenen Lebens. Die Pilgergedanken lohnen die Lektüre.

Übrigens: Wer pilgern will, kann auch von Berlin loswandern. Nach Bad Wilsnack, nur 130 Kilometer. Dass sich dort um 1383 ein Wunder ereignet haben soll, ist unwichtig. Für den Pilger geht es um das Wunder des eigenen Lebens.

Klaus J. Henning

nach oben     Pfarrsprengel Steglitz-Nord

Pfarrsprengel Steglitz-NordSeit einigen Jahren rücken die 6 Steglitzer Kirchengemeinden Lukas, Markus, Martin-Luther, Matthäus, Patmos und Südende immer enger zusammen. Am Anfang waren es nur vorsichtige Gespräche. Inzwischen gibt es ein gemeinsames Gremium der Gemeindekirchenräte, in dem regelmäßig die anstehenden Fragen miteinander beraten werden. Die weniger werdenden finanziellen Spielräume machen allen Gemeinden gleichermaßen zu schaffen; frei werdende Stellen konnten nicht mehr besetzt werden. Eine gute Arbeit und die Finanzierung guter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist nur gemeinsam möglich.

Als erstes wagten die Kirchenmusiker den Schritt. Es wurde ein Konzept erarbeitet, wie 3 Hauptamtliche den kirchenmusikalischen Dienst in den 6 Gemeinden leisten können, so dass nicht nur in jedem Gottesdienst die Orgel erklingt. Birgit Blesse kümmert sich nun für alle Gemeinden um die Musik mit Kindern, Markus Epp um Orgelkonzerte und Friedemann Gottschick um die regionale Chorarbeit.
Die Gemeinden profitieren von der Zusammenarbeit und die Vielfalt der Organisten belebt zudem den Gottesdienst.

Ein zweiter Schritt betrift die Verwaltung. Frau Walter ist die Küsterin für die Kirchengemeinden Patmos, Matthäus und Martin-Luther. Nur gemeinsam können wir uns eine qualifizierte Mitarbeiterin leisten - und durch die Zusammenarbeit in den Gemeindebüros rücken auch die Gemeinden enger zusammen.

Ein dritter Schritt ist nun der Pfarrdienst. 6 Pfarrerinnen und Pfarrer kümmern sich nun in gemeinsamer Verantwortung um die 6 Gemeinden und ihre gut 25.000 Gemeindeglieder. Durch die enge Zusammenarbeit können wir die Arbeitsbelastung möglichst gerecht verteilen und eine größere Vielfalt in den Gemeinden erreichen. Offizielle Bezeichnung für diese gemeinsame Arbeit der Pfarrerinnen und Pfarrer ist "Pfarrsprengel".

Der nächste Schritt wird nun sein, dass die Mitglieder der Gemeinden "mutige" Blicke und Schritte in die Nachbargemeinden wagen. Sie werden, dass auch in den anderen Gemeinden schöne Gottesdienste gefeiert werden, dass die Konfirmandenfahrten, die Chorkonzerte oder die Ausflüge zusammen noch mehr Spaß machen und dass wir uns gegenseitig im Glauben bestärken können.

Jörg Zabka

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Mehr als Geld und Geschenke – EKD-Studie zur Konfirmandenarbeit

Sieht man sie so vereinzelt im Gottesdienst sitzen, so mag man die große Zahl einer Viertel Million kaum glauben. Und doch: 250.000 Jugendliche besuchen jährlich den evangelischen Konfirmandenunterricht, und das entspricht fast einem Drittel aller 13-Jährigen in Deutschland, zu denen ja auch noch Katholiken, Muslime und Konfessionslose gehören und das sind mittlerweile sogar mehr, als es evangelische Täuflinge gibt, deren Zahl bei 213.000 liegt. Über 90 Prozent aller evangelischen Jugendlichen eines Jahrgangs lassen sich konfirmieren, 15.000 holen dann noch die Taufe nach. Und weil sie in ihrer durchschnittlich 15-monatigen „Konfi“-Zeit rund 25 Gottesdienste besuchen, sind sie wohl, wie unser Bischof Wolfgang Huber feststellte, dann auch die in unseren Kirchen am stärksten vertretenen Jahrgänge. Grund genug für die Evangelische Kirche in Deutschland, mit Hilfe einer ersten bundesweiten Studie dem unbekannten Wesen „Konfi“ mal genauer auf den jugendlichen Pelz zu rücken.

Die Ergebnisse der Studie werden erst im Sommer ausführlich veröffentlicht werden, doch haben ihre Macher jetzt schon einige Zahlen präsentiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die Kirche kann sich zunächst einmal freuen. Zwei Drittel aller Konfirmanden waren mit der Konfirmandenarbeit zufrieden und stuften die Vorbereitung auf die Konfirmation als „ganz überwiegend positiv“ ein. Wertebildung und ethische Urteilsfähigkeit sind der Studie zufolge wesentliche Ergebnisse der Konfirmandenarbeit. Und „Geld und Geschenke“ sind den Konfirmanden auch nicht, wie häufig unterstellt, das Wichtigste. Als sie kurz vor der Konfirmation gefragt wurden, worauf es bei dieser vor allem ankomme, lag das Materielle erst an dritter Stelle hinter der Aussicht „ein großes Familienfest feiern zu können“ (78 Prozent) und „den Segen zu empfangen“ (67 Prozent). Sechs von zehn der befragten Konfirmanden gaben an, dass sie durch die Konfirmandenzeit in Glaubensfragen entscheidungsfähiger geworden seien.

Und dennoch, trotz all der positiven Zahlen, ein Wermutstropfen bleibt. Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen war am Ende der Konfirmandenzeit der Meinung, die Gottesdienste seien „meistens langweilig“. Viel zu sehr entsprechen die liturgischen Formen der Erwachsenenwelt, zu der sich die Jugendlichen noch nicht zählen. Vielmehr fragen die Jugendlichen aus ihrem Alter und ihrer Weltsicht heraus, wo sie in der Kirche vorkommen und was diese ihnen zu sagen hat. Im Hinblick darauf regte unser Bischof an, Jugendliche aktiver an der Gestaltung des Gottesdienstes teilhaben zu lassen. „Auch Jugendliche haben theologisch gehaltvolle Fragen“, konstatierte einer der Mitherausgeber der Studie. Und wer unsere eigenen Konfis kennt, der hat daran gewiss auch keinen Zweifel.

Anja Siebert

nach oben     „Getauft – verstoßen - deportiert“

Ausstellung in der Martin-Luther-Kirche über evangelische Christinnen und Christen jüdischer Herkunft im Nationalsozialismus

Dass während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland zwischen 1933 und 1945 vor allem Menschen jüdischen Glaubens erst diskriminiert, dann zunehmend ihrer Rechte beraubt und schließlich in die Vernichtungslager geschickt wurden, gehört zu den schmerzlichsten Erinnerungen in der deutschen Geschichte. Etwa sechs Millionen Menschen jüdischer Herkunft wurden unter der Schreckensherrschaft der Nazis in ganz Europa ermordet; aber auch politisch Andersdenkende, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Zeugen Jehova und andere, die nicht ins „Rasse-“ und Gesellschaftsschema der Nazis passten, wurden verfolgt und häufig ermordet.

Vom 27.01. bis zum 17.02.2009 wurde in der Martin-Luther-Kirche die Wanderausstellung „Getauft – verstoßen – deportiert“ gezeigt und stieß auf reges Interesse. In den Vitrinen wurden Berliner Schicksale von evangelisch getauften Kindern, Männern und Frauen dargestellt, die wegen ihrer jüdischen Herkunft unter die Nürnberger Rassegesetze von 1935 fielen. Deutlich wurde auch, dass es innerhalb der evangelischen Kirche nur wenig Interesse daran gab, sich für ihre Mitglieder jüdischer Herkunft einzusetzen. Das sogenannte „Büro Grüber“ des Pfarrers und späteren Propstes Heinrich Grüber, bildet hier eine wichtige Ausnahme: Durch das Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – oftmals selbst jüdischer Herkunft und daher verfolgt, manche wurden ermordet – wurde vielen Menschen die Emigration ermöglicht. Schätzungsweise 1800 Christinnen und Christen mit jüdi-schen Wurzeln konnte so geholfen werden.

Auch in der Martin-Luther-Gemeinde lebten Gemeindeglieder mit jüdischen Wurzeln. Beispielhaft wurde an sie durch zwei Schicksale erinnert, die die Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ rekonstruiert hat: Leonore Heinemann, Jahrgang 1892, lebte vor ihrer Deportation im Januar 1942 in der Hortensienstraße 9. Amerikanische Freunde bemühten sich unentwegt, ihr die Ausreise in die USA zu ermöglichen, was der ausgestellte Briefwechsel zwischen Frau Heinemann und den Freunden zeigte. Sie wurde dennoch nach Riga deportiert, wo sich ihre Spur verliert; es ist davon auszugehen, dass sie gleich nach ihrer Ankunft ermordet wurde.
Selma Herrmann, geb. Guttentag, Jahrgang 1896, lebte mit ihrer Familie in der Hortensienstraße 26. Sie wurde gemeinsam mit ihrer 1923 geborenen Tochter Gabriele 1937 getauft, im Jahr darauf wurde Gabriele konfirmiert. Dank ihres „arischen“ Mannes hat Selma Herrmann überlebt. Sie starb hochbetagt 1995. Gabriele allerdings wurde von den Eltern zum Schutz nach Großbritannien geschickt, von dort wanderte sie wahrscheinlich nach Neuseeland aus. Das Grab Selma Herrmanns und ihres Mannes Wolfgang befindet sich noch auf dem Friedhof Lichterfelde in der Moltkestraße, es wird durch die Martin-Luther-Gemeinde wieder in einen gepflegten Zustand gebracht.
Die Ausstellung wurde durch vier Informationsabende begleitet. Eindrücklich war insbesondere ein Gesprächsabend mit drei Zeitzeugen, die als getaufte evangelische Christinnen und Christen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichteten.
Wer die Ausstellung in unserer Kirche verpasst hat, hat die Gelegenheit, sie bis 23.05.09 in der St. Thomas-Kirche in Kreuzberg, Mariannenplatz zu sehen. Die recherchierten Schicksale von Mitgliedern unserer Gemeinde sind zu den Öffnungszeiten in der Küsterei einsehbar.

Alexander Brodt-Zabka

nach oben     Kinderfasching

Am 25.2. feierten wir in beiden Kindergruppen Fasching. Ca. 40 Kinder (kleine bis große) tanzten, spielten mit Luftballons und Wurfdeckeln verschiedenste Spiele. Das von allen mitgebrachte Buffet war reichhaltig und erfreute auch die begleitenden Mütter.

nach oben     Kindertheater

Am 4.3. durften wir erneut das Berliner Puppentheater bei uns begrüßen. Sie hatten diesmal „Pittiplatsch und seine Freunde“ mitgebracht. Kinder und Erwachsene waren begeistert. Das Berliner Puppentheater kommt wieder: am Mittwoch, den 17.6. um 16.30 Uhr mit „Hexe Lilli“.

nach oben     Kindertrödel

Unser Frühlingströdel am 7.3. war ein voller Erfolg: Die Stände waren ausgebucht, die Käufer und Käuferinnen strömten nur so und unser Café war gut besucht. Für die Kinderarbeit unserer Gemeinde konnten ca. 350 € eingenommen werden. Herzlichen Dank an alle Helfer.

Iris Heise

nach oben     Konfirmandenprüfung 2009

Wieder geht ein Konfirmandenjahrgang dem Ende zu. Am 17. Mai werden 13 junge Menschen konfirmiert werden. Zum zweiten Mal fand in der Martin-Luther-Gemeinde die Konfirmandenprüfung in besonderer Form statt. Mit viel Ernst waren die Jugendlichen bei der Sache, als sie im Konfirmandenunterricht den Gottesdienst vorbereiteten, den sie mit Rückendeckung von Pfarrer Zabka, aber weitestgehend allein am Sonntag, den 15. März in unserer Kirche für die gesamte Gemeinde hielten. Diese Konfirmanden kennen sich aus in Dingen des Glaubens und haben etwas zu sagen!

nach oben     Weltgebetstag 2009 - Rückblick

Der Weltgebetstagsgottesdienst am 6. März in der St. Annen-Kirche hat uns das Land Papua-Neuguinea und die Lebens-weise und Probleme seiner Bevölkerung näher gebracht.

Beim anschließenden Beisammensein konnten wir Auf- nahmen von einer Reise in dieses exotische Land anschauen und kosten, was dort gegessen wird und uns in der Sprache Tok pisin versuchen.

nach oben     Aus der Not eine Tugend machen

Kirchenmusik in Steglitz – ein neues Modell für sechs Gemeinden

Früher hatte fast jede evangelische Gemeinde in Steglitz einen eigenen, hauptamtlich angestellten Kirchenmusiker, der die Orgel spielte und die verschiedenen Gemeindegruppen von der Kantorei über die Chöre bis hin zu Instrumentalgruppen betreute. Doch die überall notwendigen Sparmaßnahmen machten auch vor Einschnitten im Bereich der Kirchenmusik nicht halt: Unter Einbeziehung engagierter nebenamtlicher Kirchenmusiker kann heute nur noch eine „musikalische Grundversorgung“ aufrecht erhalten werden.

Um das hohe musikalische Niveau zu halten, obwohl seit Januar 2009 für die sechs Gemeinden nur noch drei hauptamtliche Kirchenmusiker zur Verfügung stehen (künftig soll zusätzlich noch ein Organist auf Übungsleiterbasis integriert werden), wurde ein dreiteiliges Konzept zur Regionalisierung der Steglitzer Kirchenmusik entwickelt:

1) Im Prinzip kann ein Organist am Sonntag hintereinander in zwei Gottesdiensten die Orgel spielen.

2) Jeder von den drei hauptamtlichen Kirchenmusiker leitet weiterhin die Kantorei seiner angestammten Gemeinde.

3) Es gibt drei Schwerpunktarbeitsgebiete für die sechs Steglitzer Gemeinden. Jede/r der drei hauptamtlichen Kirchenmusiker/innen übernimmt eines davon:

Birgit BlesseBirgit Blesse
ist seit 1991 in der Patmos-Gemeinde angestellt.
Sie hat die Aufgabe übernommen, Kinderchorarbeit in der Region aufzubauen. Zur Zeit gibt es vier Kinderchorgruppen in verschiedenen Gemeinden für unterschiedliche Altersgruppen. Diese werden von einem Team unter Anleitung von Birgit Blesse betreut. Zusätzlich gibt es einmal im Jahr eine größere Kindermusicalproduktion, die neben dem Singen auch Schauspiel, Tanz und Bühnenbau beinhaltet. Mit der Geschichte „Joseph und seine Brüder“ gab es im Jahr 2009 bereits die dritte erfolgreiche Produktion dieser Art in der Patmos-Kirche. Nähere Informationen finden sie unter www.steglitzer-kinderchor.de

Friedemann_Gottschick Friedemann Gottschick
arbeitet seit 1991 als Kirchenmusiker in der Markus-Gemeinde.
Sein Schwerpunkt „Kantoreiarbeit“ beinhaltet ein großes Chorprojekt, das alle zwei Jahre als Mitsingkonzert für die Steglitzer Kantoreien angeboten wird. Da für die großen oratorischen Werke die finanziellen und personellen Ressourcen der einzelnen Gemeinden nicht mehr ausreichen, werden die Kräfte gebündelt - und so können alle zusammen erreichen, was alleine nicht mehr geht. Einstudiert werden die Werke jeweils in den „normalen“ Kantoreiproben in den Gemeinden; in einigen „gemeinsamen“ Proben werden die Chöre dann vor dem Konzert zusammengeführt.

In diesem Rahmen wurde erstmals 2007 die „Petit messe solenelle“ von Rossini aufgeführt. Im Jahr 2009 finden zwei Konzerte mit der „Schöpfung“ von Joseph Haydn statt.

Markus Epp Markus Epp
ist seit 2005 in der Lukas-Gemeinde tätig.
Seine Aufgaben sind dreierlei:
1) Organisation des Orgelspiels in den Gottesdiensten: Koordination des Zusammenspiels von haupt- und nebenamtlichen Organisten, die alle Gottesdienste in den sechs Gemeinden umfasst. Um noch einen stärkeren Akzent für die Region zu setzten werden die Organisten auch abwechselnd in verschiedenen Gemeinden der Region Sonntagsgottesdienste spielen.
2) Aufbau einer Reihe von Orgelkonzerten: seit 2007 gibt es die Reihe „Orgelkonzert am Samstag“ in der Lukas-Kirche. Ab dem Jahr 2009 kommen auch Orgelkonzerte in den anderen Gemeinden hinzu, deren Instrumente eine konzertante Nutzung erlauben.
3) Die Betreuung und Pflege der Orgeln in den Gemeinden, die keine hauptamtlichen Organisten mehr haben.

Gerne werden wir Sie auch in Zukunft in Ihrem Gemeindebrief über aktuelle Projekte, Konzerte und weitere Entwicklungen zu informieren.

Ihre Kirchenmusiker

nach oben     Kindergottesdienste

Den Kindergottesdienst in der bisher gewohnten Form wird es nach Ostern mangels Beteiligung von Eltern und Kindern nicht mehr geben. An seine Stelle treten die einmal im Monat stattfindenden Familiengottesdienste, und zwar am 10. Mai, am 14. Juni und am 12. Juli 2009, an dem auch das Sommerfest der Gemeinde stattfindet.

nach oben     Pro Reli: Volksentscheid am 26.April 2009

Der Senat hat den Termin für den Volksentscheid zum Wahlpflichtfach Ethik- und Religionsunterricht festgelegt: Nicht am Tag der Europawahl, sondern am 26. April sollen die Berliner abstimmen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begründete diese Entscheidung damit, den Volksentscheid „so zügig wie möglich“ durchzuführen. Die Bürgerinitiative Pro Reli, aber auch die Oppositionsparteien CDU, FDP und Grüne hatten darauf gedrängt, den anstehenden Volksentscheid mit der Europawahl am 7. Juni zu verknüpfen.

Wäre die Abstimmung mit der Europawahl zusammengelegt worden, hätten sich etwa 1,4 Millionen Euro einsparen lassen. Erhebliche Kritik an dem Termin kam von Seiten der Opposition und der Initiative Pro Reli. DerVorsitzende des Aktionsbündnisses Christoph Lehmann nannte es sehr bedauerlich für die direkte Demokratie, dass auf diesem Weg versucht werde, eine hohe Beteiligung zu verhindern. Denn der Volksentscheid ist nur dann erfolgreich, wenn die Mehrheit der abgegebenen Stimmen und mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten mit Ja stimmen. [...]

Quelle: Tagesspiegel

Weitere Informationen zu Pro Reli finden Sie auch unter www.pro-reli.de

nach oben     Weltgebetstag 2009 aus Papua-Neuguinea – Viele sind wir, doch eins in Christus

In keinem anderen Weltgebetstagsland fielen bisher die Spannungen zwischen Tradition und Neuzeit so ins Gewicht, wie wir es aus Papua-Neuguinea erfahren. Das Inselreich, etwas größer als Schweden, bietet eine große landschaftliche Vielfalt: Küstenregionen und fruchtbare Schwemmebenen, zerklüftete Gebirgslandschaften mit weiten Tälern, Grasflächen und Regenwälder. Etwa 85% der ca. 6,3 Mio. EinwohnerInnen leben in ländlichen Regionen, in wenige Familien umfassenden Gruppen, oft sehr isoliert und überwiegend von dem, was Frauen in den Gärten anbauen, wie Süßkartoffeln und Gemüse. Das Land, auf dem sie leben, ist weitgehend Eigentum der Gruppe, eines „Wantok“ (engl.- one talk = eine Sprache). In einem Land, in dem ca. 800 verschiedene Sprachen gesprochen werden, ist die Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe überlebenswichtig, denn diese bildet gleichzeitig das soziale Netz, in dem gegenseitige Hilfe und Fürsorge selbstverständlich ist. Ein Ausbrechen aus dieser traditionellen Lebensweise ist auch heute noch gleichbedeutend mit der Aufgabe jeglicher sozialer Absicherung, da es in Papua-Neuguinea weder Kranken- noch Sozialversicherungen gibt.

Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Nickel, Mangan, Silber und Erdgas, aber weder der Ertrag aus deren Abbau als auch der Ertrag aus der Abholzung des Regenwaldes kommt den Einwohnern des Landes zugute, sondern fließt in ausländische Konzerne. Nur ein relativ geringer Anteil der einheimischen Bevölkerung hat die Möglichkeit, in einem dieser Betriebe zu arbeiten. Der Ausbau des Bildungs- und Gesundheitswesens und der Infrastruktur, vor allem des Straßenbaus bleibt so weitgehend Wunschdenken. Dabei besitzt der Staat Papua-Neuguinea die denkbar fortschrittlichste Verfassung, in der gleichberechtigte Anteilnahme am Staatswesen verbürgt ist.

Der Weltgebetstag 2009 soll uns Gelegenheit geben, dieses vielseitige Land näher kennen und verstehen zu lernen. Frauen aus der St. Annen- und der Martin-Luther-Gemeinde, die Freude daran haben, den diesjährigen Gottesdienst mitzugestalten, treffen sich zur Vorbereitung Montag, den 9.2., 16.2., 23.2. und 2.3. jeweils um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der St. Annen-Gemeinde, Gardeschützenweg 17.

Weltgebetstags-Gottesdienst
am Freitag, den 6. März
um 18.00 Uhr
in der St. Annen-Kirche.
Anschließend Essen, Trinken, Reden, Erfahrungen austauschen
im Gemeindesaal.

Zum Gottesdienst sind ausdrücklich auch die Männer herzlich eingeladen!

Ihre Beate Struth-Weißbach (St. Annen) Tel. 84318300 und Luise Mohn (Martin-Luther) Tel. 8327532

nach oben     Gemeindeseminar am 27. / 28. März 2009

An etwas glauben lässt sich ja bekanntlich viel: Manche Menschen glauben an die Liebe, andere an den freien Markt, manche glauben, dass uns das Wetter einen schönen Frühling bringen wird, andere glauben an das baldige Ende der Welt. Und wir Christen? An was glauben wir eigentlich? Nun, werden Sie sagen, das ist ja gar nicht so schwer. Schließlich bekennen wir das doch jeden Sonntag im Gottesdienst mit dem Glaubensbekenntnis. Und richtig, in ihm finden wir die formelhafte Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen unseres Glaubens. Doch schaut man sich im Gottesdienst währenddessen um, dann scheint das mit dem „Credo“ gar nicht so einfach zu sein. Manche bekennen es laut und sicher, andere eher zögerlich. Manche lassen ein paar Zeilen weg, andere sprechen gar nicht erst mit. Und selbst die, die alles mitsprechen, haben oftmals auch Anfragen an den Text und seine Aussagen. Was nun also hat es auf sich mit dem Glaubensbekenntnis? Wie ist es eigentlich entstanden und was sagt es aus? Und nicht zuletzt, muss man eigentlich an alles glauben? Und was heißt eigentlich Glauben?

Diesen und vielen anderen Fragen wollen wir gemeinsam in unserem Gemeindeseminar nachgehen, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Wir freuen uns, Sie zu sehen. Herzlich willkommen!

Freitag, 27. März 2009
  • 19:30 – 21:00 Uhr Gespräch mit Generalsuperintendent i. R. Martin-Michael Passauer
Samstag, 28. März 2009
  • 11:00 – 12:30 Impulsreferate mit Aussprache
    • Was heißt denn Glauben? Pfr. Jörg Zabka
    • Wie kam es zum Glaubensbekenntnis? Pfr. Dr. Bernd Wildemann
  • 13:00 Mittagessen
  • 14:00 – 16:00 Workshops zu
    • Trinität
    • Mein eigenes Glaubensbekenntnis
    • Das Glaubensbekenntnis im Einzelnen
    • Glaube und Zweifel
  • 16:00 Kaffeepause
  • 16:30 Abschlussrunde
  • 17:00 Andacht in der Kirche
Sonntag, 29. März 2009
  • 09:30 Gottesdienst zum Thema „Glauben“

nach oben     Im Bild: Berliner Kirchen – ein Kunstobjekt

Wer in Berlin lebt, ist sich oftmals nicht mehr bewusst, welche Bedeutung eigentlich Kirchenbauten haben - nicht nur für das Erscheinungsbild, sondern für die Stadt überhaupt.

Diese Bauten prägen das ästhetische Gesamtbild Berlins entscheidend - abgesehen von ihrer gottesdienstlichen Hauptfunktion. Zudem wohnt einem jedem Kirchentypus eine eigene Symbolkraft inne, die an die jeweilige historische Situation der Kirche und damit auch an die der Gesellschaft zur Zeit des Baus erinnert.
Gäbe es diese Kirchen nicht, verlöre die Hauptstadt im materiellen, aber auch im geistigen Sinne buchstäblich ihr Gesicht. Dieses ist durch Kriegsverluste bereits hinreichend beschädigt. So soll das Projekt den Focus auf die vorhandenen Zeugnisse lenken, die ja in der heutigen Lebensform eher vernachlässigt werden. Auch in Zeiten finanzieller Nöte bleiben diese kulturgeschichtlich wichtigen Gebäude unentbehrlich.
Unter den 16 ausgewählten Kirchen befindet sich auch unsere Martin-Luther-Kirche. An dieser Stelle möchte ich Pfarrer Jörg Zabka herzlich für die vielfältige Hilfe danken, die er unserem Projekt zukommen ließ.

André Krigar: Morgensonne auf dem Giebel der Martin-Luther-Kirche Erhard Göttlicher: Im Inneren der Kirche Pekka Hepoluhta: Portal der Martin-Luther-Kirche

Angesichts dieser weit über die Region hinausgehenden Bedeutung des Projektes wurden dazu sieben Maler aus vier Ländern eingeladen: Pekka Hepoluhta und Heinrich Ilmari Rautio aus Finnland, Paolo Petrò aus Italien, Piet Groenendijk aus Holland sowie Erhard Göttlicher, André Krigar und Diether Münchgesang aus Deutschland.

Insgesamt entstand nach einer kurzen Probe im Februar in den beiden jeweils ca. zweiwöchigen Arbeitsphasen im Mai und im August/September 2008 ein Konvolut von annähernd 150 Bildern, die jetzt zu einer Ausstellung zusammengefasst werden:
Feierliche Eröffnung mit dem Generalsuperintendenten Ralf Meister am Sonnabend, den 7. März 2009, um 19.00 Uhr in der Galerie CLASSICO, 12165 Berlin – Steglitz, Schützenstr. 52, Telefon: 79709384, www.galerie-classico.de

Die Bilder werden dort bis zum 2. Mai 2009 hängen. Weitere Ausstellungen: Zionskirche Berlin-Mitte ab 24. Mai 2009; Georgenkirchstr. 69-70 ab 29. Juni.

Christine Baba

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Hanns Dieter Hüsch, Uwe Seidel,
„Ich stehe unter Gottes Schutz“,
tvd-Verlag, Düsseldorf, 2007,
160 Seiten, 11,70 €

Meditation.
Eine Form der Selbstfindung und der Suche nach innerem Frieden. Viele Menschen empfinden sie als sehr hilfreich, verbinden sie oft aber nur mit fernöstlichen Kulturen. Zu unrecht. Auch Christen haben in Gebet und Gesang ihren Weg und ihre Form der Meditation gefunden. Nur die häufig gewünschte Exotik und Exzentrik fehlen. Gebetbuch und Gesangbuch Israels und der christlichen Kirchen sind seit Jahrtausenden die Psalmen. Und so lautet der Untertitel der hier vorgestellten Sammlung „Psalmen für Alletage“. Das Buch wird gemeinsam von einem Pfarrer und einem Kabarettisten herausgegeben, die auf Evangelischen Kirchentagen bekannt geworden sind. Es bietet Seite für Seite Bibelworte aus dem Alten und Neuen Testament, mit überraschend treffenden Überschriften versehen und in unsere Zeit übertragen – nicht nur übersetzt. Sie wurden in die Form von Psalmen gebracht. Ihre Lektüre kann zum Beten und Meditieren verführen, und die Tradition der Psalmen in unsere Alltagswelt einbringen.

Der Versuch lohnt, in Trauer und Fröhlichkeit seinen Gedanken Raum zum Frieden zu geben.

Klaus J.Henning

nach oben     Küstereidienste

Seit der Zusammenlegung der hauptamtlichen Küstereidienste der Gemeinden Matthäus, Patmos und Martin-Luther hat sich in unserer Küsterei einiges verändert. Inge Walter, Marianne Brüschke, Hanna Rogge-Hechel und Luise Mohn teilen sich die Dienste wie folgt:

Dienstag10-13 Uhr: Frau Walter
Donnerstag 10-13 Uhr: Frau Brüschke
16-18 Uhr: Frau Walter
Freitag 10-13 Uhr: Frau Rogge-Hechel

nach oben     Advent und Weihnachten in der Martin-Luther-Gemeinde

Schon im Vorfeld des 1. Advents herrschte in unseren Gemeinderäumen große Geschäftigkeit. In der Kirche wurde der Herrenhuther Stern aufgehängt und der Adventskranz gebunden. Im Untergeschoss wurde für den Adventsbasar am 29. November gebastelt, gebacken und dekoriert. Es hat sich gelohnt, denn es herrschte an diesem Tag ein reges Treiben in unseren Räumen.

Wie jedes Jahr zu Weihnachten wird die Martin-Luther-Kirche mit einem großen Weihnachtsbaum geschmückt. Wer möchte darauf schon verzichten. Aber jedes Jahr wieder aufs Neue ist es eine Herausforderung an die Kräfte der Gemeinde, diesen Baum von mindestens 5m Höhe aufzustellen. Wer denkt bei dem Anblick des fertig geschmückten Baumes schon daran, wie schwer so ein schönes Exemplar ist. Jede helfende Hand ist da willkommen.


Acht kräftige Männer mussten anpacken, um den Weihnachtsbaum in die Senkrechte zu bringen.

Am Heiligen Abend wurden die drei Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche von ca. 1300 großen und kleinen Menschen besucht. Dabei wurden für „Brot für die Welt“ 3154,77€ gespendet. Dafür herzlichen Dank!

nach oben     Zum 100. Geburtstag von Helmut Gollwitzer

Helmut GollwitzerDer ev. Theologe Helmut Gollwitzer (gest. 1993) wirkte in unserer nächsten Nachbarschaft. Er war Pfarrer in der Evangelischen St. Annen-Kirche, Dahlem, und folgte in diesem Amt dem 1934 inhaftierten Leiter der Bekennenden Kirche in Deutschland, Martin Niemöller.

Nachdem Gollwitzer illegal theologischen Nachwuchs der Bekennenden Kirche ausgebildet, verfolgten Juden zur Flucht verholfen und Kontakt zum deutschen Widerstand aufgenommen hatte, wurde er verhaftet. Nach dem Krieg geriet er längere Zeit in ein sowjetisches Arbeits- und Umerziehungslager, über das er 1951 einen Bestseller schrieb.

Als Professor der Theologie lehrte er in Bonn und Berlin, wurde für seine theologischen Gedanken über Deutschland hinaus bekannt und engagierte sich gegen die deutsche Wiederbewaffnung und später für die 68er Studentenbewegung, die gegen den Vietnamkrieg protestierte. Evangelische Frömmigkeit musste nach seiner Ansicht Auswirkungen in der politischen Welt haben, eine Meinung, die zu seiner Zeit nicht unbestritten war.

Zum 100. Geburtstag von Helmut Gollwitzer ist gerade eine neue Biografie erschienen: Ralph Ludwig, Der Querdenker, Wichern Verlag, Berlin, 9,95 €.

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

EKD, Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive (Denkschrift), Gütersloh, 2008, kostenlos: ekd_unternehmer.pdf

Die Finanzmarktkrise beherrscht seit Oktober 2008 weltweit die Schlagzeilen. Fehler von Verantwortlichen stehen fest. „Sünden“ sind begangen worden, sagen viele, manche der verantwortlichen Manager sehen sich überraschenderweise als „Sündenböcke“. Biblische Fragen und millionenschwere Jahresgehälter der Manager stehen plötzlich zur Diskussion.

Plötzlich? Nein. Der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) hat bereits im Juli 2008 in einer Denkschrift zu dem Thema Stellung genommen. Vielleicht nicht in durchschlagend prophetischer Sprache, aber deutlich und zutreffend und im Internet nachlesbar.

Klaus J.Henning

nach oben     Martinsfest

Unser Laternenfest fand letztes Jahr am 11.11.2008 statt. Etwa 100 Personen – Große und Kleine – trafen sich im Saal zum gemeinsamen Singen und zum Lauschen der Martins-Geschichte. Danach ging es mit selbstgebastelten Laternen und lautem Gesang eine Stunde um den Häuserblock. Am Hang erwartete uns ein prasselndes Feuer, Glühwein und Kinderpunsch sowie selbstgebackene Rosinenbrötchen.

Allen Helfern sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Iris Heise

nach oben     Kirchgeldbrief

An alle Gemeindeglieder, die älter als 50 Jahre sind, ist im November wieder ein Brief mit der Bitte um „Kirchgeld“ gesandt worden. Diese Bitte um Kirchgeld wendet sich besonders an die Gemeindeglieder, die nicht steuerpflichtig sind. Im vergangenen Jahr kamen durch die Aktion Kirchgeld 5.615 € ein und es konnte davon ein Beamer und der neue Fußbodenbelag im Clubraum bezahlt werden. Zudem konnte mit Hilfe des Kirchgeldes die Wärmedämmung des Gebäudes in Angriff genommen werden.

nach oben     9. November

Im Konzert von Olaf Eisenbarth am 7. November mit dem Titel „Versuch über Endlichkeit – Versuch über Unendlichkeit“, einem Benefizkonzert zugunsten unserer Aktion Stolpersteine und im Gottesdienst am 9. November wurde in unserer Gemeinde des 70. Jahrestages der Pogromnacht von 1938 gedacht.

Die Projektgruppe Stolpersteine stellte das Schicksal dreier jüdischer Bürger vor, die in unserem Gemeindebereich lebten und Opfer des Nationalsozialismus geworden sind.

nach oben     Musical „Jona“

Reges Treiben herrschte in der ersten Woche der Herbstferien in den Gemeinderäumen. Über dreißig Kinder erarbeiteten sich die Geschichte vom Propheten Jona und studierten das Musical „Jona“ von Ruthild Wilson und Helmut Jost unter der Leitung von Frau Steinke-Dörpholz mit großem Enthusiasmus ein. Im Vorfeld hatten die Konfirmanden einen großen Teil der Kulissen erstellt.

Von der allgemeinen Begeisterung zeugte die Aufführung zum Abschluss der Kinderbibelwoche. Allen Helfern und Akteuren ein großes Lob!

nach oben     50 Jahre Brot für die Welt
…und kein Ende in Sicht.

Gerade in diesem Jahr wird mit dem zentralen Projekt in Papua-Neuguinea deut¬lich, in welchen Abhängigkeiten die Hilfe in den Ländern der "Dritten Welt" von dem Verhalten in den Industriestaaten steht. In Papua-Neuguinea sind die Gefahren für die 30.000-jährige Kultur der einheimischen Menschen in der Abholzung der Regenwälder zu sehen. Diese steht im Zusammenhang mit der Ausbeutung der Bodenschätze, dem Plantagenanbau von schnell wachsenden Eukalyptusbäumen zur Produktion von billigen Möbeln auf dem amerikanischen und europäischen Markt sowie in letzter Zeit der Kultivierung von Kokosplantagen zum Beispiel zur Produktion von Biosprit - unter anderem gefördert durch die deutsche Regierung. Der Ertrag all dieses Raubbaus kommt dann nicht einmal dem Land zugute, sondern fließt in die Kassen internationaler Konzerne.

Was in den nördlichen Industriestaaten als ökologisch sinnvoll erscheint, das Ersetzen von Dieselöl aus Erdöl durch Öl aus nachwachsenden Rohstoffen, ist für sich noch lange nicht für den gesamten Globus hilfreich.


Einer Studie zufolge werden in dreizehn Jahren 80% des Regenwaldes von Papua-Neuguinea abgeholzt sein.

Hilfreich wäre eine schnelle Drosselung des Ölbedarfs und unseres Konsumverhaltens. Überprüfen Sie doch einmal, in welchen Produkten, die zu Ihrem täglichen Bedarf gehören, Palmöl enthalten ist.

Selbst der Einfluss von missionarischen Tätigkeiten ist zu hinterfragen. Christliche Missionare vermittelten den Einheimischen z.B., dass es sittlich notwendig sei, Kleidung nach europäischem Muster zu tragen. In Regionen des tropischen Regenwaldes aber und bei dem herrschenden Wassermangel wird das Tragen europäischer Kleidung schnell zur Ursache von verschiedenen Hautkrankheiten. Medizinische Hilfe gibt es kaum - ein Teufelskreis.

Fazit daraus: Unsere finanzielle Hilfe zur Selbsthilfe ist weiter dringend notwendig, denn die Bedingungen in den Ländern der Dritten Welt sind nicht mehr reversibel. Aber wir dürfen uns nicht auf diese finanzielle Hilfe beschränken und denken, damit sei alles gerichtet. Wir sind aufgerufen, in unserem täglichen Verhalten die kausalen Zusammenhänge zwischen der Hilfsbedürftigkeit der einen durch unser eigenes Verhalten im Auge zu behalten.

Am Erntedanktag haben wir für „Brot für die Welt“ durch die Kollekte im Gottesdienst 264,16 € und bei unserem anschließenden Mittagessen 204,33 € gesammelt. Wie jedes Jahr werden die Kollekten aller drei Gottesdienste am Heiligen Abend ebenfalls „Brot für die Welt“ zugute kommen.

Luise Mohn

nach oben     VERABSCHIEDUNG VON KANTOR J. WOLFGANG KÜSGEN

Unserem Kantor Johann Wolfgang Küsgen zur Verabschiedung in den Ruhestand

Am 1. Oktober 1968 begann J. Wolfgang Küsgens Tätigkeit als Kirchenmusiker in unserer Martin-Luther-Gemeinde, seit 1999 ist er auch in der Matthäus-Gemeinde tätig. 1973 führte er die Orgelvespern ein, die er allmonatlich bis heute fortführte. Seine Orgelimprovisationen sind stets ein Genuss!

Johann Wolfgang Küsgen 1984 an der Schuke-Orgel unserer Kirche
Johann Wolfgang Küsgen 1984
an der Schuke-Orgel unserer Kirche

Eine seiner Hauptaufgaben war die Leitung des Chores, die sich nicht immer als einfach erwies, da sich die Anzahl der Sänger und Sängerinnen häufig änderte. Trotz der unterschiedlichen Chorgrößen konnte er an hohen Festtagen stets auf einen festen Chor-Stamm bauen. Herr Küsgen leitete viele Konzerte, die in Zusammenarbeit mit mehreren Chören aus unserem Kirchenkreis und auch aus der katholischen St. Annen-Gemeinde einstudiert wurden.

Der Martin-Luther-Chor 1982 beim Gemeindefest
Der Martin-Luther-Chor 1982 beim Gemeindefest

„Alles was ihr tut – das tut alles im Namen Jesu“ war einer seiner musikalischen Höhepunkte und ist auch sein persönlicher Glaubensinhalt. Die Eigenkompositionen bereicherten den musikalischen Spielplan.
Ausschnitt einer Partitiur von J. W. Küsgen

Die erste Schallplatte „An Berliner Orgeln“ spielte J. Wolfgang Küsgen 1984 ein. Diese Produktion wurde zur Monatsplatte einer Fachzeitschrift gekürt. 2001 spielte er eine CD „40 Jahre Schuke-Orgel“ ein. Auf dieser CD erklärte Herr Küsgen neben den Orgelwerken auch die Kirchenglocken der Martin-Luther-Kirche und führte sie in Tonbeispielen vor.

Vielen Kindern aus der Gemeinde hat Wolfgang Küsgen die Musik im Flöten-, Klavier- oder Orgelunterricht nahe gebracht. Lange Jahre leitete er auch eine Flötengruppe für Erwachsene.

Sein „Luthertrunk“, Orgelerklärungen und Turmbesteigungen mit Erklärung der Glocken gehörten zum festen Bestandteil unserer Gemeindefeste. Viele werden sich gerne daran erinnern.

Seit dem Ausscheiden von Pfarrer Weihmann leitet Herr Küsgen auch die Seniorengruppe „Offene Tür“ am Donnerstag. Andere Gemeindegruppen bereichert er regelmäßig durch seine Musik.

Chor und Flötengruppe 2003 im Erntedankfestgottesdienst
Chor und Flötengruppe 2003 im Erntedankfestgottesdienst

Herr Küsgen 2004 an der Orgel der Matthäus-Kirche
Herr Küsgen 2004 an der Orgel der Matthäus-Kirche

Mit der Sprengelbildung der Martin-Luther- und Matthäus-Gemeinden kam auf Herrn Küsgen eine neue Herausforderung hinzu. Auch in der Matthäus-Kirche hatte er von nun an die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste zu übernehmen. Die beiden Gottesdienste erst in Matthäus und dann hier in seiner Stammgemeinde brachten öfters zeitliche Probleme und viel Stress mit sich.


Herr Küsgen, bei Wind und Wetter mit dem
Fahrrad zwischen beiden Gemeinden unterwegs (2007)

Für die Gottesdienstbesucher waren die Orgel-Nachspiele von Kantor Küsgen – oft Improvisationen – immer ein Genuss und führten vielfach zu spontanem Beifall der Gemeinde.

Am 1. Oktober hat Kantor Küsgen sein vierzigstes Dienstjubiläum begangen. Zum Ende des Jahres ging Johann Wolfgang Küsgen in den Ruhestand.

Auch wir werden uns umgewöhnen müssen. Einen fest angestellten Kirchenmusiker kann sich unsere Gemeinde nicht mehr leisten. In Zukunft wird das sonntägliche Orgelspiel von wechselnden Organisten aus dem Kirchenkreis gewährleistet – aber zu unserer großen Freude wird Kantor Küsgen uns, seiner Orgel und verschiedenen Gemeindegruppen auch als Ruheständler treu bleiben.


Gemeinsamer Chor des Sprengels Matthäus- und Martin-Luther 2007

Wir danken Johann Wolfgang Küsgen für seine geleisteten Dienste in und an unserer Gemeinde und wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt Gottes Geleit und Segen.

Karola Frickel, Joachim Grimm und Pfr. Jörg Zabka

nach oben     Kindergottesdienst ab 6.September 2009 - wieder jeden Sonntag in der Martin-Luther-Kirche

Die Sommerferien sind vorbei! Wir beginnen unsere sonntäglichen Kindergottesdienste am 06.09.2009 mit einem Familiengottesdienst, der zugleich Schulanfängergottesdienst ist.

An den folgenden Sonntagen beginnen wir um 11 Uhr gemeinsam mit den Erwachsenen in der Kirche und gehen dann nach etwa 10 Minuten in unseren Kindergottesdienstraum unter der Kirche.

Hier singen wir, hören eine biblische Geschichte, malen, basteln, spielen und unterhalten uns.

Bis zu den Herbstferien haben wir einige Geschichten vorgesehen:

Am 04.Oktober, am Erntedankfest, ist unser nächster Familiengottesdienst, den wir im Kindergottesdienst am 27.September mit dem Thema „wofür wir Kinder und Erwachsene danken“ vorbereiten.

Wir freuen uns auf die Zeit, die vor uns liegt.
Jeder ist herzlich willkommen!

Das Kindergottesdienstteam mit Pfarrer Zabka